Grenzenloses Lernen
11. Juni 2026Der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal betreibt ein multifunktionales Gewässersystem im Marchfeld. Genauso macht es auch die Povodí Moravy im gesamten Einzugsgebiet der March und Thaya in Tschechien. Um voneinander Lernen zu können wird ein Projekt, gefördert durch den österreichisch-tschechischen INTERREG Kleinprojektsfonds, umgesetzt.

Der Erfahrungsaustausch sowie Netzwerken findet im Rahmen von zwei Workshops statt. Der erste Workshop dazu fand von 11. bis 12. Juni 2026 in Tschechien statt. Gestartet wurde mit einer Exkursion zu einer großen Bewässerungsanlage in Dyjákovice. Errichtet wurde dieses Kanal- und Pumpnetz bereits vor 65 Jahren und ist seither in Betrieb. Auch in dieser Region nehmen von Jahr zu Jahr der Druck und der Bedarf an Bewässerung für die landwirtschaftliche Produktion zu.


Fortgesetzt wurde das Programm nach der Exkursion mit fachlichen Vorträgen zu der Unternehmensstruktur und den Herausforderungen der tschechischen Wasserbauverwaltung. Ein weiterer Block widmete sich dem Umgang mit Sedimenten in der Wasserwirtschaft und abgeschlossen wurde das Vortragsprogramm mit einem Einblick in die Steuerung der Flusses Thaya auf tschechischer Seite, insbesondere durch die Stauanlagen Vranov, Znojmo und Nové Mlýny.

Neben den fachlichen Austausch erfolgte auch ein gemeinsamer Spaziergang zu dem prähistorischen Kultplatz „Heiliger Stein“ in Mitterretzbach.
Abgeschlossen wurde die Exkursion am zweiten Tag mit einer Führung und Besichtigung der größten Stauanlage Nové Mlýny. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal waren auch Vertreter aus der Region und fachlich zuständiger Stellen dabei.
Ein zweiter Workshop findet im Oktober 2026 statt. Dabei kommen die tschechischen Kollegen zu uns ins Marchfeld und lernen unser System und die Grundwasseranreicherung im Detail kennen.


Beide Regionen – Weinviertel und Südmähren – haben die gleichen klimatischen Bedingungen und stehen somit auch vor den gleichen Herausforderungen. Gemeinsam wird versucht auch in Zukunft die Wasserversorgung in der Region sicher zu stellen.
